Zu Besuch bei Santa Claus
geschrieben von Ursula Jung im Dezember 2011Weihnachtsmarkt und Weihnachtswald in Goslar

Alle Jahre wieder… ist in Goslar Weihnachtsmarkt mit Weihnachtswald, in diesem Jahr vom 23. November bis zum 29. Dezember. Die Geschichte der Weihnachtsmärkte geht zurück bis ins 14. Jahrhundert, als im Advent Handwerker und Zuckerbäcker ihre Waren auf den Marktplätzen feilboten. In Goslar wird der regelmäßig stattfindende Weihnachtsmarkt seit 1968 veranstaltet, den Aufsehen erregenden Goslarer Weihnachtswald gibt es seit 2003.
Bescheidene Anfänge
1968 standen auf dem Marktplatz sieben Buden,
geöffnet werktags bis 18 Uhr, samstags wurde
eine halbe Stunde später geschlossen. An den
Sonntagen war es nicht erlaubt, die Stände zu öffnen.
2011 präsentieren mehr als 80 Stände
Kunsthandwerkliches, Dekoratives und Nützliches
rund um das Fest des Jahres, komplettiert von
einem kulinarischen, jahreszeitlich bestimmten
Angebot an Speisen und Getränken. Der historische
Stadtkern mit den liebevoll gestalteten
Buden, der Duft von Zimt und allerlei anderen
Gewürzen untermalt vom Klang weihnachtlicher
Musik begeistert jedes Jahr Hunderttausende von
Besuchern.
Rund um den Marktbrunnen und die Marktkirche
gibt es vieles zu entdecken, der Weihnachtswald
mit seinen mehr als 40.000 Lichtern vermittelt
Behaglichkeit und stellt auch einen Rückzugsort
von den hektischen Festtagsvorbereitungen dar.
Ein umfangreiches tägliches Rahmenprogramm
unter Einbeziehung historischer Gebäude und
der Altstadtkirchen erfreut alte und junge Besucher.
Wer sucht, der findet …
Wer Weihnachtsgeschenke sucht, wird mit Sicherheit
fündig. Von Lederwaren über selbst hergestellte
Kinderkleidung, Artikel aus Olivenholz,
Bernsteinschmuck oder Naturseifen, das Angebot
ist vielfältig und qualitativ hochwertig. Die Liebhaber
süßer Leckereien finden ein breites Sortiment
von Bonbonspezialitäten, belgischen Pralinen,
italienischem Mandelgebäck und erstmals
aus Venedig dabei: Werkzeuge aus Schokolade, ein
Genuss für Augen und Gaumen. Selbstverständlich
gibt es auch Lebkuchenspezialitäten, Nüsse
und Mandeln.
Viele Marktbeschicker bereichern seit Jahren den
Goslarer Weihnachtsmarkt, wie die traditionelle
Bäckerei mit ihrem Angebot von Brot- und Backwaren
nach mittelalterlichen Rezepten, frisch und
noch warm, direkt vor Ort aus dem Backofen. Althergebrachtes
und Neues kennzeichnet auch die
gastronomischen Angebote. Neben Bratwurst, Pommes
frites und regionalen Spezialitäten stehen in
diesem Jahr auch kulinarische Köstlichkeiten auf der Speisekarte des Weihnachtsmarktes.
Keiner muß verhungern....
Da ist der Grünkohl mit Schmor - oder Bregenwurst und die Rossbratwurst ebenso zu genießen wie die Pfannengerichte mit Champignons oder der Schafskäse im Fladenbrot. Eine Premiere feiert die „Entenbraterei“ von Heiko Rataj, hier wird ein Feinschmecker-Angebot „zelebriert“: Ente an Orangen-Balsamico-Sauce serviert in heißem Kartoffelbrötchen mit Preiselbeer-Rotkraut-Pesto. Und auch die um den Marktplatz herum angesiedelte Gastronomie hat einiges zu bieten. Im Weihnachtshof des Henry´s kann als Novität in Goslar Original Liefmans Glühbier verkostet werden. Die heiße Alternative zum Glühwein wird nach überlieferten Rezepten auf der Basis eines Kirschbieres in Belgien hergestellt. Geschmacklich dem Glühwein ähnlich, soll es aber weniger süß, milder und bekömmlicher sein als die etablierte Weinvariante. Wie schon im vergangenen Jahr ist im Innenhof des Henry´s freitags und samstags Disco angesagt. Für die Gourmets unter den Weihnachtsmarktbesuchern bietet das Hotel Kaiserworth unter den Arkaden Austern und Champagner an, allerdings nur, wenn es der Wettergott erlaubt. In unmittelbarer Nachbarschaft sind am Stand der Butterhanne Fleischspießbrötchen und beim König von Bayern Knoblauchbaguettes erhältlich. Ins Brauhaus lockt das Saisonbier zur Weihnachtszeit, „Odinator“ ein Doppelbockbier mit wärmendem 7,9-prozentigem Alkoholgehalt. Auch für kalte Tage ideal: die Spirituosen aus Wöltingerode, zum Beispiel das Pfaffenhütchen, ein Kaffee mit Malzlikör oder ein Latte Macchiato mit „Schwester Angelina“. Das Café am Markt ist mit „Hoffmeister´s Waldhütte“ direkt am Rathaus mit Blick auf den Weihnachtswald vertreten. In der Kaminstube sorgt eine neue, umweltfreundliche Fußbodenheizung für erträgliche Temperaturen. Der beliebte Marillen-Punsch und der auf dem Weihnachtsmarkt einmalige Bio-Glühwein heizen zusätzlich auf.
Auch für die Jüngsten attraktiv
Der Weihnachtsmarkt ist auch ein Kinderparadies.
Die lebendige Krippe mit Streichelzoo, das Kinderkarussell
und die Fahrt mit der Eisenbahn
durch den Mini-Weihnachtswald erfreuen sich
beim kleinen Publikum äußerster Beliebtheit.
Zudem bietet das Rahmenprogramm einiges an
kindgerechter Unterhaltung. Am 06. Dezember
kommt der Nikolaus, jeden Donnerstag der Kiepenkasper
und die Stadtbibliothek lädt zum Bilderbuchkino
ein.
Für alle Weihnachtsmarktbesucher singen und
spielen örtliche Musikgruppen, Chöre und Schulensembles.
Die Marktkirche bietet den Rahmen
für die Besinnung auf den christlichen Ursprung
des Weihnachtsfestes mit Andachten und Gottesdiensten.
Im Großen Heiligen Kreuz finden an
jedem Wochenende vor Weihnachten Adventskonzerte
statt. Auch der karitative Aspekt kommt auf
dem Weihnachtsmarkt nicht zu kurz. Für einen
guten Zweck engagieren sich unter anderem das
Diakonische Werk mit selbstgefertigten Verkaufsgegenständen,
der Lions-Club Goslar-Kaiserpfalz
mit Glühweinverkauf oder die Freiwilligen-Agentur
unter dem Motto „Menschen helfen Menschen“:
Mit einer Spende von einem Euro leuchtet am
„Baum der Hilfe“ ein Licht. Das Ziel sind 50.000
Lichter und eine Spende für die Goslarer Tafel.
Auch in diesem Jahr wieder dabei: eine Delegation
des Flottendienstbootes „Oker“. Zehn Soldaten
der Bundesmarine aus Eckernförde unter der Leitung
von Leutnant Thomas Glapa sind Gäste der
Marinekameradschaft Oker und betreuen drei Tage
lang einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt. Der
Erlös wird als Spende dem Stadtteilprojekt KLIK
in Jürgenohl zu gute kommen. (uju)
Fotos: Stefan Sobotta
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