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Einfach Spaß haben

geschrieben von Tilmann Görres im November 2011

DAS HARZER OLDTIMER-TREFFEN IN BAD HARZBURG FOLGT EINEM GANZ EINFACHEN KONZEPT: KEINE LUST AUF STRESS

Wenn Petra Fricke und ihr Mann Klaus überlegen, warum sie vor elf Jahren angefangen haben, Oldtimer-Treffs zu organisieren, sind sie sich einig: „Wir hatten keine Lust mehr auf den Stress“. Gemeint war das Procedere für die Teilnehmer solcher Treffen: Anmeldung und damit verbundene Gebühren, Zuteilung von Stellplätzen und die Diskussion darüber, wo man gern stehen würde und nicht dürfe und viele nervige Kleinigkeiten mehr. Klaus Fricke, der in Schladen hauptberuflich eine Spedition betreibt, sammelt seit 30 Jahren Oldtimer-Lastkraftwagen, vorzugsweise der Marke Hanomag. So sind er und seine Frau viel auf solchen Veranstaltungen herumgekommen, gelegentlich als Besucher, aber auch mit ihren stilgerecht und liebevoll restaurierten Schätzchen. „Das Wesentliche sind die Gespräche, die Fachsimpelei, das Miteinander von Gleichgesinnten, die Information für interessierte bis neugierige Besucher, die Stimmung des Zusammenseins, einfach Spaß haben eben“, sagt Petra Fricke. Und so entwickelten die beiden ein schlichtes Konzept: Wir organisieren die Plätze, handeln die Kosten aus. Petra Fricke akquiriert das örtliche Marketing bis hin zur Unterstützung durch die städtischen Möglichkeiten und natürlich die Werbung mittels Flyer und Internet. Das Wichtigste: Die Teilnehmer stellen ihre Fahrzeuge aus, ohne dafür bezahlen zu müssen, und sie kommen ohne Anmeldung und suchen sich ihren Standplatz selbst aus.

Der Effekt: Sie kommen in Scharen. Auf dem ersten Oldtimer-Treff in Schladen 2001 sind es schon 1.500 Fahrzeuge, an denen sich rund 2.500 Besucher begeistern. 2011, bei dem zehnten Schladener Meeting, sind es rund 4.000 Ausstellungsstücke, Personenkraftwagen, Lastkraftwagen, Traktoren und Motorräder, und 7.500 Besucher. Ein Oldtimer-Treff in Liebenburg, 2005 bis 2009 durchgeführt, muss wegen Platzmangels aufgegeben und nach Bad Harzburg verlegt werden. Hier zählt man am Sonntag unerwartet mehr als 1.500 Ausstellungsobjekte. Eine zusätzliche Fläche wird angemietet. Mehr geht nicht, die Kapazität ist, auch dank des optimalen Spätsommerwetters, erschöpft.

„Hier im Umkreis von einigen hundert Kilometern sind wir ohne Konkurrenz“, weiß Klaus Fricke und seine Frau ergänzt, dass man mit den Kollegen von anderen Veranstaltungen ein gutes Verhältnis habe. Und kann man von den Eintrittsgeldern leben? „Unmöglich“, sagt Frau Fricke, „aber wir haben ja auch noch einen anderen Beruf“. Der Sinn der Aktion sei jedenfalls erfüllt. „Es macht Spaß, nicht nur uns, sondern auch unseren Gästen und den Zuschauern.“

Was will man mehr? „Doch“, sagt Klaus Fricke, „zur Zeit verhandeln wir mit einer städtischen Dortmunder Institution, die uns wohl gern dort hätte“. Das wäre dann in der Urlaubszeit, so im Juli. Überhaupt müsse überall sichergestellt sein, dass der Veranstaltungstermin über Jahre fest vereinbart werden kann und steht. So darf man sich freuen auf Ostern 2012 in Schladen auf dem Gelände der Zuckerfabrik und auf das erste Oktober- Wochenende 2012 in Bad Harzburg auf der Rennbahn. Und womöglich im nächsten Juli auf ein stressfreies Meeting in Dortmund. (tg)

FOTOS: BERND SCHWARZ/TILMAN GÖRRES