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Harzer Lieder, Tradition und Brock`n Roll

geschrieben von Sonja Weber / hw im Dezember 2011

Die „Harzbuerger Themenbrueder“

Vor zehn Jahren war es, als man das erste Mal von ihnen hörte. „Themes Brothers“ hießen sie zuerst, wobei nach den ersten Erfolgen schnell klar wurde, dass echte Harzgebirgler wie sie auch einen Harzer Namen brauchen. So wurden aus den Harzern, die jeder für sich schon immer Musik gemacht hatten, die „Harzbuerger Themenbrueder“. Seither haben die Bandmitglieder gewechselt, heute sind es Markus Matuschke, Gero Laube, Alex Trommer und Axel Dietsch, alles Vollblutmusiker. „Eigentlich heißen wir aber natürlich alle Harzbuerger mit Nachnamen“, meint Alex, denn immerhin seien sie ja Brüder. Neue Musiker werden hier übrigens wie überall „gecastet“, wer dabei sein will, muss etwas machen, was rein gar nichts mit Musik zu tun hat, was, ist fast egal, Hauptsache die Anderen freut`s. „Man könnte auch sagen, Markus sucht den Superbruder“, erklärt Alex mit einem Lachen. Das Anliegen der Band ist seit der Gründung immer noch dasselbe, nämlich Spaß haben und vor allem Spaß machen. Im Programm haben die Vier alle denkbaren Musikrichtungen und Instrumente. Auf ihre ganz eigene harzbuergerliche Art spielen sie Folk, Jazz, Blues, Rock, aber auch Hip Hop und Rapp. Und die Texte? Nun, es sind Harzer Texte, Harzer Volkslieder. Es geht um Liebe, Leid, Arbeit, Essen, Trinken und die Harzer Natur. „Wir gehen alle Themen an, deshalb heißen wir ja Themenbrueder“, sagt Markus, der mit Harzer Traditionen, Jodeln und einer Gitarre im Haus aufwuchs, die er aber nicht spielen durfte. „Ich habe trotzdem gespielt, heimlich, wenn die Eltern nicht da waren, bis sich die Nachbarn eines Tages beschwert haben, weil`s so laut war…“

Auf die Frage nach politischen Texten bekommen wir von Axel zu hören: „Nee…so richtig politisch eigentlich nicht, wir machen ja schließlich Sinn, keinen Unsinn.“ Und dieser Sinn kommt gut ver- packt daher, fast wie bei Loriot. Die Leute gehen mit einem Grinsen nach Hause, aber die „Mes- sage“ nehmen sie auch mit. Das klappt nicht nur generationenübergreifend, sondern auch bei den

unterschiedlichsten Gelegenheiten. „Wir haben `mal auf `nem Bikertreffen gespielt“, erzählen sie, „bei so richtig harten Jungs in Lederklamotten und so, es war auch schon wahnsinnslaut im Saal... bis wir auf die Bühne kamen, die ham uns gesehen in unseren Trachten, mit Harmonika und Froscho- phon und schlagartig herrschte Totenstille. Wir haben dann einfach angefangen… war `n echt guter Abend!“













Echt gut wird auch die neue CD, die in Kürze erscheint. „Brock`n Roll“ wird sie heißen, voller neuer Songs sein und natürlich über „Harzburg 21“ aufklären. „Wir wollen den Harz untertunneln, dann kann man von Kopenhagen bis Rom durch- fahren, das ist doch viel praktischer und Bad Harz- burg ist dann kein Sackbahnhof mehr…wie das auch klingt, Sackbahnhof, in Stuttgart hieß es wenigstens Kopfbahnhof…“ Das wär doch jetzt aber durchaus politisch, wende ich ein, bekomme ein Grinsen und die Antwort: „Och, nö…eher wirt- schaftlich“. Dann gibt es für uns noch eine musi- kalische Kostprobe beim Fotoshooting, zu Hause grinsen wir immer noch, ja, und die Message, die ist auch mitgekommen. (sw/hw)

Fotos: Hartmut Weber